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Athen Marathon 2019

Am Sonntag den 10 November 2019 war es soweit. 20.000 Marathonläufer wurden früh morgens von Athen nach Marathon gebracht in einer unglaublichen top organisierten Veranstaltung. Der Nachteil war nur, dass um 6 Uhr der letzte Bus von Athen in das 40km entferntes Marathon fuhr.
Es ist wirklich nicht zu beschreiben wie gut die ganze Organisation in Athen war. 500 Busse waren kontinuierlich im Einsatz und haben all die Läufer zum Start transportiert und das ganze ohne eine Minute Wartezeit. Als ich in Marathon angekommen bin und aus dem Bus ausstieg wurden wir sofort betreut und bekamen Getränke und Beuteln, dass wir nicht bis zum Start unterkühlen.

Um 9 Uhr war es dann soweit, auf Grund meiner bisherigen Leistungen durfte ich aus dem ersten Block zusammen mit der Elite starten. Genau mit dem Starschuss fing es dann auch an zu regnen bzw.  zu schütten wie aus Kübeln aber ein Glück war dieses nur von kurzer Dauer.

Nach Km 4 standen überall Einheimische und schenken den Läuferinnen und Läufern Olivenzweige - ein Zeichen für die Sieger der antiken Olympischen Spiele. Eine schöne Geste, stellt sich nur die Frage, wohin mit dem Zweig während dem Lauf? Es geht vorbei am Grabtumulus der Gefallenen bei der Schlacht von Marathon, vorbei an der Statue von Pheidippides. Jetzt ist man Teil der Geschichte, Bauchkribbeln und Nervosität breiten sich aus. Auf dem dunklen Asphalt geht es mehr auf als ab (ca. 350 Hm); die Verpflegung ist gut und es gibt ausreichend Wasser und Iso in Flaschen. Zusätzlich werden Gels, Bananen, Schokolade und Riegel in bestimmten Abständen gereicht

Überall stehen Sanitäter und bieten Eisspray gegen Krämpfe an. Denn bereits sehr früh gehen die ersten Teilnehmer wegen starker Krämpfe, sie haben es zu schnell angehen lassen und wohl die Steigungen unterschätzt. Die Strecke ist eigentlich nicht sehr schön, es geht durch Vororte und Gewerbegebiete. Die Stimmung aber ist unbeschreiblich. "Nenikekamen" rufen die Zuschauer, und es sind so viele am Rand und feuern mit aller Kraft die Läufer an trotz dem schlechten Wetter und dem starken Wind.

Von weitem sieht man Athen und darüber thront die Akropolis. Welch ein Anblick! Wir nähern uns der Innenstadt, das Ziel kann nicht mehr weit sein. Die Stimmung kocht, der Zieleinlauf beginnt schon bei KM 40, überall Menschen. Läuferherz, was willst du mehr!? Wir biegen ins Panathinaikon-Stadion ein. Wow!!! Es ist unbeschreiblich, das Stadion ist voll von Zuschauern, die Menge tobt, die Olympischen Ringe in Sicht. Kaum zu glauben, gleich da vorne ist die Ziellinie.

Die letzten 130 m im Stadion, aus den Lautsprechern donnert der Sirtaki. Die Zuschauer jubeln, jeder ist hier ein Held! Ein unbeschreibliches Gefühl, Gänzehaut, Freudentränen und vieles mehr.

Stunden später als die Ergebnisse online waren, war ich das erste Mal sprachlos, denn mit diesem habe ich wirklich nicht gerechnet. Drei Wochen nach meinem Erfolg beim Mitteldeutschen Marathon in Halle wurde ich in Athen mit einer Zeit von 2:55.55.Std gesamt 80igster und in meiner Altersklasse 3er. Mit diesem Ergebnis werde ich jetzt in die verdiente Winterpause gehen und meinen Olivenzweig sowie meiner Medaille einen Ehrenplatz erteilen.

©:Volker Bender